Mit der Gründung der Gut Priemern gGmbH als Sozialtherapeutisches Zentrum begann auch die Arbeit mit männlichen Jugendlichen.
Seit 2009 widmen wir uns auch der Arbeit mit Mädchen und jungen Frauen mit besonderem sozialpädagogischen Bedarf. Ergänzend haben wir ein Angebot für „Ambulant betreutes Wohnen“ geschaffen, das Jugendlichen ab dem 16. Lebensjahr zu mehr Selbstständigkeit verhelfen soll.

Im Jahr 2011 ergänzten wir unser Angebot um eine Kleinstwohngruppe für Jugendliche mit seelischen Beeinträchtigungen. Diese befindet sich im ehemaligen Gartenhaus des Gutensembles. Inzwischen ist dieser Bereich durch weitere Einrichtungen vergrößert. Zudem betreuen wir derzeit unbegleitete minderjährhrige Ausländer in der "Alten Schule" in Meßdorf. Dieses Angebot ist begrenzt und wird voraussichtlich nicht auf Dauer bestehen bleiben.

Mit unserem Team an qualifizierten Sozialpädagogen, Arbeitstherapeuten, Erziehern und Psychologinnen bieten wir für die Jugendlichen ein komplexes Angebot von Wohnen, Erziehungshilfe, Berufs-, Arbeits- und Lebensvorbereitung. Dabei richten besonderes Augenmerk auf die Neustrukturierung des Tagesablaufes und die Vermittlung von Werten und Regeln eines zwischenmenschlichen Miteinanders. Jugendliche, die derzeit noch keiner Bildungsmaßnahme nachgehen, nehmen unsere arbeitstherapeutischen Angebote an verschiedenen Standorten wahr.
In der Hauswirtschaft sowie im Zweckbetrieb gibt es die Möglichkeit einer umfassenden Lebensvorbereitung – das heißt: Berufsorientierung und Training der realen Bedingungen der Arbeitswelt.

Haus Eichengrund (Walsleben)

Das „Haus Eichengrund“ in Walsleben ist eine Intensivwohngruppe für männliche Jugendliche und junge Erwachsene mit besonderem pädagogischen Bedarf. Die Einrichtung verfügt über zehn Plätze für stationäre Jugendhilfe und Untersuchungshaftvermeidung. Die Jugendlichen zwischen 12 und 18 Jahren wohnen in Einzelzimmern. Der Unterricht oder die Bildungsmaßnahmen werden in den umliegenden Schulen organisiert. Sollte dies aus den unterschiedlichsten Gründen (noch) nicht möglich sein, werden die Jugendlichen in dieser Zeit Mitarbeiter der Arbeitsbeschäftigung.


Dabei erledigen sie aktiv verschiedene Projekte und Arbeiten im Gelände. Im Laufe dieser Arbeitstherapie entstanden neben dem Volleyball- und dem Grillplatz, auch ein Fitnessbereich und eine Tischtennisplatte. Ziel unseres pädagogischen Handelns ist es, durch die Neustrukturierung des Alltages eine Verbesserung der Verhaltensweisen zu erreichen, Entwicklungsdefizite abzubauen und die gesamte Persönlichkeit zu stärken. Dadurch sollen Fähigkeiten gefördert werden, die das eine eigene Leben künftig positiv beeinflussen.

Gartenhaus und Efeuhaus (Priemern)

Die Kleinstwohngruppe „Gartenhaus“ mit dem "Efeuhaus” in Priemern halten insgesamt sieben Plätze für junge Menschen mit seelischen Beeinträchtigungen vor. Den Jugendlichen zwischen 12 und 18 Jahren stehen Einzelzimmer zur Verfügung und sie erhalten stationäre Jugendhilfe. Die Wohngruppe ist konzipiert für junge Menschen mit multiplen psychischen Störungen. Vorwiegend werden Jugendliche aufgenommen, die eine bestehende seelische Behinderung haben oder von einer solchen bedroht sind.
Ziel ist eine Entwicklungsförderung der jungen Menschen durch Verbindung von Alltagserleben, pädagogischer Arbeit und therapeutischen Angeboten auf der Grundlage des Hilfeplanes bis zur Rückkehr des jungen Menschen in die Familie oder der Fortsetzung der Hilfe in einer niedrigschwelligeren oder weiterführenden Hilfeformen bis zur Verselbstständigung des jungen Menschen. Das Efeuhaus dient dabei als Verselbstständigungsgruppe, um den Schritt in die Selbstständigkeit bzw. das Betreute Wohnen leichter zu gestalten.

Verbunden ist dies mit umfassenden schulischen, berufsbildenden und berufsbegleitenden Hilfen, Ergotherapie, diagnostischen Verfahren und verschiedensten Einzel- und Gruppentherapieangeboten. Die jungen Menschen werden von unserem qualifizierten Team aus PsychologInnen, ErzieherInnen, HeilerziehungspflegerInnen, HeilpädagogenInnen und ErgotherapeutInnen betreut.

Forsthaus (Priemern)

Die Kleinstwohngruppe für junge Menschen mit seelischen Beeinträchtigungen verfügt über fünf Plätze für die stationäre Betreuung von Kindern und Jugendlichen im Alter von 12 bis 18 Jahren. Alle Zimmer sind Einzelzimmer. Die vierte Jugendhilfe-Einrichtung der Gut Priemern gGmbH wurde im November 2012 eröffnet.
Das 200 Quadratmeter große Haus, in dem bis 2008 ein Förster wohnte, wurde umfangreich saniert. Zum Grundstück gehört ein 9000 Quadratmeter großes Waldgelände. Im „Forsthaus“ wird stationäre Hilfe für junge Menschen mit seelischen Beeinträchtigungen angeboten.

Die Wohngruppen sind für Jugendliche mit multiplen psychischen Störungen konzipiert. Hier wird ihre Entwicklung, verbunden mit einem geregelten Alltag, pädagogischer Arbeit und therapeutischen Angeboten. Die individuellen Hilfepläne dienen der Rückkehr der jungen Menschen in ihre Familien oder der Fortsetzung der Hilfe in einer niedrigschwelligeren oder weiterführenden Hilfeform bis hin zu einer selbständigen Lebensweise. Die Therapie ist mit umfassenden schulischen, berufsbildenden und berufsbegleitenden Hilfen, Ergotherapie, diagnostischen Verfahren und verschiedensten Einzel- und Gruppentherapieangeboten verbunden.
Alle Wohngruppen arbeiten eng zusammen: Es gibt gemeinsame Projekte und Angebote, wie zum Beispiel Feste, Sportturniere, Graffiti- und Zirkusprojekte sowie Ausflüge und Ferienfahrten.

Haus Altmärkische Höhe (Lückstedt)



Früher Wohngruppe für junge Mädchen und Frauen mit besonderem sozialpädagogischem Bedarf, anschließend Wohngruppe für unbegleitete minderjährige Ausländer, ist das Haus "Altmärkische Höhe" nun eine Kleinstwohngruppe für bis zu sechs Jungen und Mädchen im Alter zwischen sechs und 18 Jahren. Konzeptionell ist die Einrichtung identisch mit den Kleinstwohngruppen "Garten-, Efeu- und Forsthaus". Genau wie an den anderen beiden Standorten fördern qualifizierte Fachkräfte die Kinder und Jugendlichen in ihrer Entwicklung. Alltagsleben samt Schule und Verpflichtungen, Therapien und pädagogische Angebote sollen dazu führen, dass die Jungen und Mädchen lernen, eigenverantwortlich zu leben und ggf. in ihr "altes" Zuhause zurückkehren können.



Landhaus (Meßdorf)



In dem ehemaligen Schulgebäude, das 2011 umfassend saniert und umgebaut wurde, entstand im Sommer 2018 eine sozial-intensiv-pädagogische Kleinstwohngruppe. Die 9 - 14-jährigen Mädchen und Jungs leben in einem ländlichen und reizarmen Umfled. Mit einer Kapazität von 4 Kindern und Jugendlichen sowie einer 1:1 Betreuung wird ein familienorientierter Alltag mit strukturiertem Tagesablauf gelebt. Eine intensive Eltern - Familienarbeit hat in dieser Wohngruppe Priorität, bei Bedarf wird ein Eltern Kompetenztraining angeboten sowie begleitete Wochenenden innerhalb der Wohngruppe.
Für die individuelle Förderung verschiedener Kompetenzen herrschen hervorragende Bedingungen. Die Jugendlichen gehen zur Schule, sind in Sportvereinen angemeldet, wirken an verbundinternen Projekten mit oder machen gemeinsam Musik. Die Zug- und Busanbindungen in der Gemeinde lassen sie bei Bedarf selbstständiger werden und durch das Café "Melange" sowie das Ambulant Betreute Wohnen gewinnt ihre soziale Kompentenz.
Die Vermittlung von Werten und Normen – wie Respekt, Einhaltung von Regeln, Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit – spielen dabei eine zentrale Rolle. In der Wohngruppe lernen die jungen Menschen ihr Sozialverhalten zu stärken. Gegenseitiges Interesse und Toleranz sind dabei maßgeblich. Zukunftsperspektiven und alternative Lösungs- und Handlungsstrategien werden von dem pädagogischen Team gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen entwickelt.



Betreutes Wohnen (Stendal)

Das „Betreute Wohnen“ versteht sich als notwendige Ergänzung des Gesamtangebotes der Jugendhilfe im Sozialtherapeutischen Zentrum Gut Priemern gGmbH.
Es befindet sich, räumlich ausgelagert, in einer Drei-Raum-Wohnung in Stendal, weitere ambulante Hilfen über Fachleistungsstunden im eigenen Wohnraum sind in den nahegelegenen Städten und Gemeinden des Landkreises möglich. Die Jugendlichen leben maximal zu zweit in der Wohnung und werden dort durch pädagogisches Fachpersonal und durch Psychologinnen betreut. In den eigenen Wohnräumen leben sie zumeist allein und erhalten unterstützende Hilfe durch das Bafög-Amt oder das Jobcenter.

Die Aufnahme ist nach einer vorherigen Vorstellung des spezifischen Falls innerhalb der Teams der jeweiligen Einrichtungen möglich. Ziel des „Betreuten Wohnens“ ist das Erreichen umfassender Selbstständigkeit und die Bereitschaft, ein Leben ohne Drogen zu führen. Damit dies gelingt, bekommen die Jugendlichen die bestmögliche Unterstützung und Hilfe.